Das Mittelalter

Der mittelalterliche Herold

Herolde waren ursprünglich Leute niederen Standes, die im Heeresdienst Botschaften zu überbringen hatten.

Weil sich seit dem 12. Jh. im Adel, der die wichtigsten und größten Kriegsaufgebote stellte, die Gewohnheit, Wappen als Erkennungszeichen zu führen, immer mehr verbreitete, setzte die Heroldstätigkeit besondere Kenntnisse des Wappenwesens voraus. Daraus ergab sich schließlich die besondere Kompetenz für alle mit Wappen und Feldzeichen zusammenhängenden Fragen. Im deutschen Reich taucht die Amtsbezeichnung Herold im 14. Jh. auf. Die Herolde standen meist im Dienst von Fürsten, nach denen sie benannt wurden (z.B. der Herold Gelre nach dem Herzogtum Geldern oder der Herold Bayern nach dem Herzogtum Bayern) und deren Wappenbilder sie auf ihrem Amtsgewand, einem Tappert genannten Umhang, trugen. Häufig waren sie auch an der Vorbereitung von Turnieren beteiligt, wobei sie die Turnierfähigkeit der Teilnehmer aufgrund ihrer heraldisch-genealogischen Kenntnisse beurteilten.

Als besondere Kenner der Wappen legten verschiedene Herolde Wappenbücher an, die für die spätmittelalterliche Überlieferung der Heraldik von großer Bedeutung sind. Von der Amts- und Berufsbezeichnung Herold ist der Terminus Heraldik für Wappenwesen abgeleitet.

© 17.10.2017