Das Mittelalter

Hexerei und Hexen im Mittelalter

Die uralt-magischen Vorstellungen vom Wirken böser, dämonischer Geister in und neben den Menschen wurden seit der Epoche der Christianisierung und im Frühmittelalter von der Kirche bekämpft.

Die hochmittelalterliche Theologie räumte jedoch den mit dem Teufel im Bund stehenden Schadenzauber bewirkenden Hexen reale Existenz ein.

Geistliche wie weltliche Rechtsüberlieferungen kennen seit dem 12. Jh. die Delikte Zauberei und Hexerei, die zur Ketzerei (Ketzer) gehörten. Geistliche wie weltliche Gerichte nahmen die Kompetenz dafür in Anspruch. In der Untersuchung solcher Fälle spielte die Folter als Mittel zur Erzwingung eines Geständnisses eine schlimme Rolle. Im späten 15. Jh. fassten die päpstliche Hexenbulle Innozenz' VIII. (1484) und der diese kommentierende „Malleus maleficarum" (Hexenhammer; 1487) die Vorstellungen von der Hexerei zusammen und gaben Anweisungen zur Bekämpfung der Hexen.

Sie bildeten die Grundlage für die unmenschlichen Ausschreitungen der Hexenverfolgungen und der Hexereiprozesse des späteren 16. Jahrhunderts.

© 17.10.2017